Warum ich meinen Stil neu definiere

Morgens stehe ich oft vor meinem Kleiderschrank. Der Schrank platzt fast, und am Ende lande ich wieder bei derselben Jeans und demselben Pullover. In den letzten Monaten spüre ich deutlich, wie sich mein Stil verändert – meine Outfits ziehen da aber nur selten mit.

Darum starte ich jetzt ein persönliches Stil-Update. Ich räume meinen Kleiderschrank aus, trenne mich von Ballast und gönne mir einen klaren Neustart. Schritt für Schritt entsteht meine Capsule Wardrobe: ausgewählte Lieblingsteile, die zu meinem Alltag, meiner Figur und meiner Energie passen.

In Teil 1 dieser Blogreihe nehme ich dich mit an den Anfang. Du erfährst, welche Farben meine Capsule Wardrobe prägen, welche Schnitte meine Körperform umspielen und wie ich meinen zukünftigen Stil im Alltag lebe.

Meine Farben: Farbtyp & persönliche Palette

Wie ich meinen Farbtyp gefunden habe

Ich bin ein Light Spring – oder sagen wir: heute weiss ich, dass ich ein Light Spring bin. Anfangs dachte ich nämlich, ich sei ein Soft Summer. Auch die Farbtypberaterin hat mich zuerst als Soft Summer eingestuft, bis sie noch einmal über die Bücher gegangen ist und gemerkt hat, dass meine neutrale Hautfarbe einen leicht goldenen Touch hat.

Seit ich das weiss, ergibt vieles plötzlich Sinn. Ich verstehe, warum mir kalter, roter Lippenstift nicht steht, warum Babyrosa absolut meine Farbe ist und wieso meine blondierten Haare mit einem warmen Touch besser zu mir passen.

Alle weiteren Informationen zu Light Spring verlinke ich dir hier im Beitrag.

Meine Basisfarbe

Als Basisfarbe wähle ich ein warmes Cocoa Brown (Chestnut). Ich lese immer wieder, dass man Schwarz, Weiss oder Navy als Basis nehmen „sollte“. Aber Blau mag ich an mir nicht, Schwarz wirkt zu hart und reines Weiss lässt mich schnell „ausgewaschen“ wirken.

Darum schwimme ich bewusst ein bisschen gegen den Strom und entscheide mich für dieses Braun. Es passt zu meiner Haut, wirkt weich und lässt sich super kombinieren.

Meine neutralen Farben
Darf man Rosa als neutrale Farbe verwenden? Ich finde: Als Light Spring definitiv.

Als neutrale Töne wähle ich:

  • Cream
  • Blush Pink
  • Camel

Diese Farben harmonieren untereinander, funktionieren aber auch hervorragend mit meinem Kakaobraun. So entsteht eine ruhige, helle und trotzdem spannende Basis für meine Capsule Wardrobe.

Meine Akzentfarben

Bei den Akzentfarben gönne ich mir eine kleine Ausnahme: Burgundy-Rot. Diese Farbe ist eigentlich nicht Light-Spring-konform – aber ich liebe sie an heller Haut einfach so sehr, dass sie bleiben darf.

Dazu kommen:

  • Sage
  • Dusty Lavender

Diese Akzentfarben setze ich gezielt bei einzelnen Teilen oder Accessoires ein, damit meine Looks lebendig wirken, ohne überladen zu sein

Aufteilung meiner Farbpalette

Jetzt kenne ich die Farben, mit denen ich arbeiten möchte. Für meine Capsule Wardrobe plane ich ungefähr folgende Aufteilung:

  • 60 % Basisfarbe
  • 30 % neutrale Farben
  • 10 % Akzentfarben

Diese Verteilung hilft mir besonders bei der Kleiderauswahl. Ich habe seit Jahren hellblaue Teile im Schrank, die ich nie trage, aber immer „aufhebe“, weil sie ja noch gut sind. Mit meiner klaren Farbpalette fällt es mir leichter, mich von solchen Stücken zu verabschieden und Platz für passende Teile zu schaffen.

Meine Körperform: Was mir steht – statt mich zu verstecken

Welche Körperform ich bei mir sehe

Hast du dich schon einmal bewusst mit deiner Körperform auseinandergesetzt? Ich lange nicht. Ich habe mich nur immer gefragt, warum mir Skinnyjeans einfach nicht stehen.

Heute weiss ich: Ich habe eine rechteckige Figur. Das bedeutet, dass Brust, Taille und Hüfte bei mir in etwa gleich breit sind. Meine Silhouette ist eher gerade und genau damit arbeite ich jetzt, statt dagegen anzukämpfen.

Du weisst noch nicht, welchen Figurtyp du hast? Kein Problem. Ich habe hier einen Blog gefunden der dir helfen kann. 

Meine Silhouette: Gerade Figur und weiche Linien

Meine Silhouette ist eher gerade und wirkt ruhig und klar. Mit meiner Kleidung spiele ich bewusst mit Linien und Proportionen, um meine Taille zu betonen und weiche Kurven zu zaubern, wenn mir danach ist.

Genau hier setzt meine Capsule Wardrobe an: mit Schnitten und Formen, die meine Figur umschmeicheln und meine natürliche Linie unterstreichen. Wenn deine Figur ähnlich gerade wirkt, inspirieren dich diese Teile vielleicht genauso.

Oberteile: Linien, die meine Taille betonen

Mit Oberteilen und Jacken setze ich gezielt Akzente, um meine Taille zu betonen und weiche Kurven zu formen – perfekt für meine Capsule Wardrobe.

Trenchcoat
Der Trenchcoat ist ein echter Klassiker und passt wunderbar zu einer geraden Figur. Der Gürtel spielt die Hauptrolle: Sobald ich ihn in der Taille binde, entsteht eine Sanduhr-Silhouette. Locker geknotet wirkt der Look entspannt und trotzdem strukturiert.

Mäntel mit Bindegürtel
Mäntel mit Gürtel – egal ob aus Wolle, Daunen oder einem leichten Stoff – bringen den Fokus in die Körpermitte. Der Gürtel betont die Taille und verleiht der Figur eine harmonische Form.

Längere Mäntel in A-Linie
Mäntel, die oben etwas schmaler sitzen und nach unten hin weiter werden, greifen die natürliche Linie des Körpers auf und wirken elegant. Die A-Form zaubert eine weiche, feminine Silhouette.

Zweireihige Mäntel
Zweireihige Modelle bringen mehr Präsenz an Schultern und Brust. Im Vergleich wirkt die Taille feiner, besonders wenn der Schnitt leicht tailliert ist oder ein Gürtel dazugehört.

Taillierte Blazer
Ein taillierter Blazer gehört für mich zur Grundausstattung jeder Capsule Wardrobe. Er gibt Struktur, rahmt den Oberkörper und formt eine klare Mitte. Ein-Knopf-Blazer mit tiefem V-Ausschnitt lenken den Blick sanft zur Taille.

Kurze Jacken (Cropped Jackets)
Kurze Jeansjacken, Lederjacken oder Blousons, die auf Taillenhöhe enden, rücken meine Körpermitte in den Fokus und verlängern optisch die Beine. Sie funktionieren super zu High-Waist-Hosen und Röcken.

Jacken mit Schößchen (Peplum-Jacken)
Peplum-Jacken liegen an der Taille an und laufen über der Hüfte sanft aus. So entsteht eine kurvige, lebendige Silhouette.

Cardigans: vielseitige Layering-Teile

Cardigans sind für meine Capsule Wardrobe echte Allrounder. Ich nutze sie, um Outfits weicher wirken zu lassen, Farbe ins Spiel zu bringen oder meine Taille noch klarer zu betonen.

Feinstrick-Cardigans
Leichte, schmal geschnittene Cardigans fallen weich und legen sich sanft an den Körper. Offen getragen umrahmen sie das Outfit, geschlossen wirken sie fast wie ein Pullover – nur flexibler.

Kurze Cardigans
Modelle, die auf Taillenhöhe enden, trage ich gern über Kleidern, High-Waist-Hosen oder Röcken. Sie rücken die Körpermitte in den Fokus und strecken die Beine optisch.

Längere Cardigans mit Struktur
Cardigans, die bis zur Hüfte oder knapp darüber reichen und leicht tailliert sind, bringen Ruhe in den Look. Wenn ich mehr Definition möchte, trage ich sie mit einem schmalen Gürtel und betone so ganz entspannt meine Taille.

Cardigans mit Knopfleiste oder V-Ausschnitt
Ein V-Ausschnitt verlängert den Oberkörper und wirkt immer schmeichelhaft. Ich trage Cardigans oft leicht geöffnet, damit ein Top oder T-Shirt darunter sichtbar bleibt – so entsteht ein schöner Layering-Effekt.

Pullover, die Form geben

Pullover nutze ich bewusst, um meine Figur zu formen und trotzdem gemütlich angezogen zu sein.

  • Wickelpullover formen durch diagonale Linien eine Taille und wirken wunderbar feminin.
  • Pullover mit Gürtel setzen einen klaren Fokus auf die Mitte des Körpers.
  • Feinstrickpullover legen sich sanft an und zeigen die natürliche Figur.
  • Cropped Pullover auf Taillenhöhe lenken den Blick nach oben und strecken die Beine.
  • Pullover mit Details im Schulterbereich – Puffärmel, Ballonärmel, U-Boot- oder Carmen-Ausschnitt, auffällige Muster – bringen Präsenz an die Schultern und lassen die Taille noch zarter wirken.

Sehr lockere, lange Pullover style ich gern mit einem Gürtel, wenn ich meiner Taille zusätzlich Kontur geben möchte.

Oberteile, die Kurven zaubern

Wenn ich meine gerade Silhouette noch kurviger wirken lassen möchte, greife ich zu Oberteilen mit besonderen Linien und Details.

  • Wickel-Tops formen mit ihrer diagonalen Linienführung eine schöne Taille.
  • Oberteile mit Rüschen, Volants, Brusttaschen oder besonderen Kragen bringen Fülle in den Brust- und Schulterbereich und gleichen die gerade Linie stilvoll aus.
  • Schößchen-Tops (Peplum) schmiegen sich an der Taille an und werden über der Hüfte weiter – ideal, um eine kurvige Silhouette zu gestalten.
  • U-Boot-, Carmen- oder Herz-Ausschnitte betonen die Schulterlinie und unterstreichen eine aufrechte, elegante Haltung.

Unterteile: Röcke und Hosen für eine harmonische Figur

Unterteile spielen eine grosse Rolle, wenn ich meine gerade Figur weicher und femininer erscheinen lassen möchte. Mit Schnitten und Details setze ich bewusst Schwerpunkte.

Röcke, die Form geben

  • A-Linien-Röcke liegen an der Taille an und werden nach unten weiter. So entsteht eine weiche, sanduhrartige Silhouette.
  • Tulpen- und Ballonröcke bringen Volumen an Hüfte und Po und wirken verspielt, ohne aufzutragen.

Hosen mit Balance-Effekt

  • Hosen mit weitem Bein wie Marlenehosen, Culottes oder Bootcut-Modelle greifen die gerade Linie auf und bringen Balance in die Proportionen.
  • Hosen mit seitlichen Taschen oder markanten Mustern setzen ein klares Statement im Hüftbereich und formen optisch mehr Rundung.

Jeans als Basics in der Capsule Wardrobe

  • Straight Leg Jeans harmonieren sehr gut mit einer geraden Silhouette und wirken modern.
  • Bootcut und Flared Jeans schaffen eine weiche Balance zu den Schultern.
  • Mom-Jeans und High-Waist-Jeans betonen die schmalste Stelle des Oberkörpers und rücken die Taille in den Mittelpunkt.

Stoffhosen für Alltag und Office

Stoffhosen mit geradem Bein, Marlenehosen oder Culottes passen perfekt zu einer modernen Capsule Wardrobe. Sie wirken lässig-elegant und lassen sich vielseitig kombinieren – von Sneakern bis Pumps.

Kleider und Jumpsuits: Ein kompletter Look in einem Teil

Kleider und Jumpsuits sind für mich echte Lieblingsstücke, weil sie im Handumdrehen einen kompletten Look schaffen und meine Figur weich umspielen.

  • Wickelkleider betonen die Taille und formen eine sanfte X-Linie. Sie bringen Bewegung in die Silhouette und fühlen sich gleichzeitig bequem an.
  • Fit-and-Flare-Kleider sind oben schmal und unten weiter – sie schenken der Figur Schwung und unterstreichen eine feminine Linie.
  • Kleider mit Gürtel heben die Körpermitte hervor und verwandeln gerade Schnitte in fliessende, figurbetonte Looks. Ein echtes Plus für jede Capsule Wardrobe.
  • Jumpsuits mit Taillenfokus – mit Bindegürtel oder eingenähter Taille – bringen Klarheit in die Körpermitte und verlängern optisch die Beine. Mit Blazer oder Lederjacke kombiniert entsteht schnell ein moderner, stimmiger Look.

Mein Stil-Visionboard: Wie ich mich in Zukunft kleide

Bevor ich an meiner Capsule Wardrobe arbeite, sammle ich zuerst Bilder, die mich wirklich ansprechen. Auf meinem Visionboard landen Outfits, Farben, Schnitte und Stimmungen, bei denen ich innerlich denke: „Ja, genau so fühle ich mich wohl.“

Ich nutze vor allem Pinterest und Screenshots von Looks, die mich inspirieren. Aus all diesen Bildern entsteht nach und nach eine klare Richtung für meinen Stil.

Mein Stil in Worten

Aus meinem Visionboard lese ich ein paar Begriffe heraus, die meinen zukünftigen Stil beschreiben. Sie dienen mir wie ein kleiner Kompass, wenn ich neue Kleidung auswähle oder meinen Kleiderschrank ausräume:

  • elegant
  • zeitlos
  • feminin

Diese Stil-Wörter passen zu meinem Alltag, zu meiner Figur und zu dem Gefühl, das meine Capsule Wardrobe ausstrahlen soll.

Outfits, in denen ich mich wie „ich selbst“ fühle

Auf meinem Visionboard tauchen bestimmte Outfit-Formeln immer wieder auf. Sie zeigen perfekt, was ich schön finde:

  • Jeans mit einem Off-Shoulder-Top
  • Ruffle-Kleider, die eher kurz sind und um die Hüfte puffy fallen
  • taillierter Blazer
  • Ballonrock mit einem Wickeltop
  • Wickeltop mit einem A-Linien-Rock
  • Crop-Cardigan mit Jeans
  • Wickelkleid aus Seide
  • Kleidung, die eine weichere, breitere Hüfte betont

Diese Formeln machen meinen Stil greifbar. Sie helfen mir, beim Shopping zu prüfen, ob ein neues Teil wirklich zu meiner Capsule Wardrobe passt oder nur ein spontaner Impuls wäre.

Was ich stilistisch loslasse

Mein Visionboard zeigt mir auch, welche Richtung ich hinter mir lasse. Sehr verspielte Teile, schnelle Mikrotrends oder Looks, die sich nicht nach mir anfühlen, rücken in den Hintergrund.

Ich verabschiede mich von Outfits, die mich „verstecken“. Stattdessen wähle ich Looks, in denen ich mich zeigen kann und in denen ich mich selbstbewusst und wohl fühle.

Ich konzentriere mich auf Schnitte, Farben und Materialien, die meine Silhouette weich umspielen, meine Persönlichkeit zeigen und sich leicht kombinieren lassen. So entsteht Schritt für Schritt eine Capsule Wardrobe, die zu meinem Leben passt – und nicht zu einer zufälligen Laune im Laden.

Fazit: Meine Basis für die Capsule Wardrobe

Für meinen Weg zur Capsule Wardrobe habe ich jetzt ein klares Fundament:

  • Ich kenne meine Figur und wähle Schnitte, die meine Taille betonen und meiner geraden Silhouette weiche Linien geben.
  • Ich habe eine Farbwelt, in der ich mich wohlfühle und die ich in meinem Kleiderschrank immer wieder aufgreife.
  • Mein Stil-Visionboard zeigt mir, wie ich mich in Zukunft kleiden will und welche Outfits mich wirklich widerspiegeln.

Mit diesen drei Bausteinen treffe ich bewusstere Entscheidungen – beim Ausmisten, beim Kombinieren und beim Einkaufen. Meine Capsule Wardrobe entsteht nicht zufällig, sondern gezielt um meinen Alltag, meine Figur und meinen Geschmack herum.

Im nächsten Teil dieser Reihe gehe ich direkt an den Kleiderschrank. Ich schaue mir an, welche Teile zu meiner Vision passen, welche Lieblinge bleiben und wo noch Lücken für neue, durchdachte Basics entstehen und ich teile mit dir die Liste, mit der ich jetzt am Anfang arbeite. Auch möchte ich anschauen wie ich rausfinde wie viele Outfits ich wirklich brauche.

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